Diese Videoaufzeichnung stellt nur eine Möglichkeit der Inszenierung dar, da sie während nur einer Aufführung aufgenommen wurde und könnte an einem anderen Tag möglicherweise unterschiedlich wirken.

NADAPRODUCTIONS
Der Jaguar und die Schlange (Workshop IV)

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Datum der Aufzeichnung: 24.06.2016

Ort: TQW / Studios

Im Rahmen von: (COUNTER)TROPICAL Season Ending

Info

 

Das nächste Stück der Serie Endangered Human Movements, widmet sich ausgestorbenen Bewegungen, die aus präkolombianischen Tier-Mensch Abbildungen stammen. Diese hybriden Figuren, teils Mensch teils Tier, belegen eine fluidere Beziehung zwischen den Spezies. Wir werden mit Objekten arbeiten, die eine Kontinuität zwischen den Körperlichkeiten Mensch und Tier vorschlagen. Auch wenn diese Relikte von durch den Kolonialismus zerstörten Kulturen ungewöhnlich erscheinen mögen, so sind sie doch voll an Ausdruck und zeigen Posturen und Expressionen, welche von ihrer möglichen Verwandlung in Bewegungen zeugen. Die Rekonstruktion möglicher Tänze und Körperlichkeiten, die heute verschwunden sind, wird das Zentrum der Tanzpraxis darstellen. Jaguar-Krieger_innen, Schlangengött_innen werden aus dem Raum hervortreten und erneut tanzen, unsere Körper erwecken und unsere Energien mobilisieren, in mehr als menschlichem Benehmen.

Die Arbeit fokussiert die Beziehung zwischen den Bereichen des Menschlichen und des Tierischen und ihren Symbolcharakter in den Mythologien und Weltsichten von alten Kulturen, um sie außerhalb nationaler Repräsentationen zu aktualisieren, wenn wir sie als Formen von planetarem Wissen begreifen. Die Entwicklung des Stücks untersucht neue Denkmodelle versucht, die Beziehung zwischen Tier und Mensch heute zu verstehen, in einer Zeit der Massenausrottung der Arten und einem großen Verlust von Biodiversität.

 

Im choreografischen Prozess wird der Verkörperungsprozess, eine Art Postur-Studie, mit verschiedenen Praxen von Wahrnehmung, die aus Somatik, Spiritualität und Tanz kommen, aufgefüllt. Wir werden Terrakotta-Figuren – Gött_innen, Dämon_innen, Göttlichkeiten und Schimäre -, alte Schnitte und Malereien als Ausgangsmaterial verwenden und möglicherweise auch Objekte, die aus weiteren alten Kulturen stammen und tier- oder tier-mensch-ähnliche Figuren verkörpern. Der Jaguar und die Schlange ist ein Tribut an den Körper, der nicht von gegenwärtigen, westlichen Kulturmerkmalen geprägt ist, aber einen ekstatischen, porösen Körper darstellt, geformt von mystischer Erfahrung, in der die Kombination von Tier und Mensch die biologische und spirituelle Kontinuität zwischen den Spezies belegt.

 

 

Der Jaguar und die Schlange. Der Workshop

 

In diesem Workshop möchten wir die zu Grunde liegenden Prinzipien der Recherche zur Erstellung von Der Jaguar und die Schlange - von der Tanzpraxis, dem Denkprozess und der praktischen visuellen Arbeit - teilen und mobilisieren.

 

Die Workshopteilnehmer_innen sind eingeladen spielerisch, untersuchend und auf informelle Weise mit den betreffenden Fragen zu arbeiten. Der Workshop ist wie ein „Handwerksatelier“ angelegt, das auf fluide Weise Tänze, Ideen und Kostüme kreiert und erfindet.

 

Das Ziel des Tanzes ist es, hynotische Trance-artige Zustände zu erreichen, um durch Bewegung an der eigenen Wahrnehmung zu arbeiten und das Tier im Menschen zu untersuchen oder den menschlichen Körper als Tier. Physische Möglichkeiten an Bewegung und Ausdruck, die wenig oder keinen Platz in unserem Konzept von Mensch oder Person finden, werden ermutigt.

 

Zu einem bestimmten Zeitpunkt unserer Tanzpraxis öffnen wir den Raum für das Publikum und re-informieren diesen durch ein Gespräch unter dem Titel “The Perspective of the Jaguar” der Viveiros de Castro’s essay “La Mirada del Jaguar” zitiert und echot. Die Kostümdesignerin, die in die Erarbeitung der Textilien für das Stück involviert ist, zeigt uns wie wir teilnehmen, indem sie uns anleitet unsere eigenen (Ver)Kleidungen herzustellen, die wir während unserer Arbeit tragen werden.

 

Jaguare und Schlangen mengen sich nach der Arbeitssession unter die Party und übernehmen den Dancefloor.

 

 

Team: Amanda Piña, Linda Samaraweerová, Anke Philip

 

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Workshopdauer: 4-5 Stunden (Open End)

 

Talk: The Perspective of the Jaguar 19.00 h (öffentlich)

 

 

Workshop-Tickets ab MI 1. JUNI an der Tageskasse des Tanzquartier Wien und im Webshop erhältlich

 

– ACHTUNG! limitierte Platzanzahl

 

Bitte bring mit: bequeme Kleidung zum Bewegen, ein Lieblingsoutfit (Kleider, die dich gut ausdrücken) und eine Decke.

 

 

Unkostenbeitrag 12 Euro

 

 

 

Credits

Die chilenische Choreografin Amanda Piña und der schweizer bildende Künstler und Filmemacher Daniel Zimmermann arbeiten seit 2005 zusammen. Ihre transdisziplinäre Arbeit konzentriert sich auf Aspekte von Rezeption und Wahrnehmung, durch die Einbeziehung des Publikums in neue Performancekonzepte. Unter dem Label nadaproductions arbeiten sie mit zeitgenössischem Tanz, Theater, Performance und Filmformen. Ihre Arbeit wurde in Europa und Südamerika in Theatern, Kunstgalerien, Museen und Tanzfestivals wie Danza al Borde Valparaiso Chile, Europäische Tanzplattform, Tanzquartier Wien, Mousonturm Frankfurt, Szene Salzburg, ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival, Choreographic Platform Austria, Theater Frascatti Amsterdam, Royal Festival Hall London, Drodesera Festival Italien u.a. gezeigt.

 

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