Diese Videoaufzeichnung stellt nur eine Möglichkeit der Inszenierung dar, da sie während nur einer Aufführung aufgenommen wurde und könnte an einem anderen Tag möglicherweise unterschiedlich wirken.

HELMUT PLOEBST, CHRIS STANDFEST
DIE HAUT DER KRITIK

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Datum der Aufzeichnung: 31.03.2017

Ort: TQW / Studios

Im Rahmen von: Theorie / Redereihe

Info

 

Was geht heute Kritik unter die Haut, wenn sie Kunst kontaktiert? Und wann sträubt sich ihre Haut – von Politik kontaminiert? Kann Kritik aus der eigenen Haut – jenseits Normativität und Subversionsrhetorik? Wie Kritik kritisieren – schwächen, um zu stärken?

 

 

HELMUT PLOEBST

Enlightenment des Negativen

 

Wer würde heute mit einem Slogan wie „No Future“ die Herzen einer kritischen Generation erobern wollen, wie das dem Punk in den Seventies gelungen ist. Oder ein „No Manifesto“ lancieren wie Yvonne Rainer zehn Jahre davor. Das einst kultische Negative hat seine Sexyness so weitgehend verloren wie die Fotografie ihr analoges Negativ. Doch nach dem „wunden Punkt“, der hinter die Kritik gesetzt wurde, schreibt sich diese als „kritische Ausgabe“ ihrer selbst neu – auch aus dem Negativ des Lichtbildes.

 

 

CHRIS STANDFEST

Krise und Kritik (Benjamin/Brecht) & Critical Joy (Peaches/Hennessy)

 

1929 formuliert Benjamin in einem Brief an Brecht ihr gemeinsames Zeitschriftenprojekt Krise und Kritik so: „die bisher leere Stelle eines Organs einnehmen, in dem die bürgerliche Intelligenz sich Rechenschaft von den Forderungen und Einsichten gibt, die einzig und allein ihr unter den heutigen Umständen eine eingreifende, von Folgen begleitete Produktion (...) gestatten." Eine Relektüre, versuchsweise ohne Nostalgie. Und wie wären von da aus Spuren zu legen zur Workshop-Performance „Critical Joy“ (2016) von Keith Hennessy und Peaches, die feststellen: Critical: Being awake to structural violence. Joy: The secret of struggle (Alice Walker)?

 


 

Credits

 

Helmut Ploebst ist Autor, Kritiker mit Schwerpunkt Tanz und Performance, promoviert in Publizistik/Kommunikationswissenschaft und Kunstgeschichte, Universität Wien. Freier Redakteur der Tageszeitung Der Standard/Wien. Gründer und Redaktionssprecher des Internetmagazins CORPUS www.corpusweb.net. Universitätslehre: Performancetheorie, IDA der ABPU/Linz. Gastdozent u.a.: Uni Salzburg, MDW/Wien und am HZT der UdK/Berlin; Leiter von künstlerischen Labors. Buchpublikationen (Auswahl): NO WIND NO WORD – Neue Choreografie in der Gesellschaft des Spektakels. München: K.Kieser 2001; VERSEHEN. Tanz in allen Medien. Hg. mit N. Haitzinger. München: epodium 2010.

 

Chris Standfest ist Kuratorin, Dramaturgin, (Ex) Performerin, arbeitet viele Jahre intensiv mit theatercombinat und Claudia Bosse und vielen anderen an Kritik und Theater. Sie ist dramaturgisch und kuratorisch bei ImPulsTanz – Vienna International Festival tätig und dort auch in das oben erwähnte Projekt Critical Joy im Rahmen einer Kooperation von ImPulsTanz und mumok involviert.

 

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