Diese Videoaufzeichnung stellt nur eine Möglichkeit der Inszenierung dar, da sie während nur einer Aufführung aufgenommen wurde und könnte an einem anderen Tag möglicherweise unterschiedlich wirken.

Nikolaus Müller-Schöll, Gerald Siegmund
DIE HAUT DER KRITIK

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Datum der Aufzeichnung: 09.12.2016

Ort: TQW / Studios

Im Rahmen von: Theorie / Redereihe

Info

 

Was geht heute Kritik unter die Haut, wenn sie Kunst kontaktiert? Und wann sträubt sich ihre Haut – von Politik kontaminiert? Kann Kritik aus der der eigenen Haut – jenseits Normativität und Subversionsrhetorik? Wie Kritik kritisieren – schwächen, um zu stärken?

 

Nikolaus Müller-Schöll

 

Die kritische Distanz

Ausgehend von der gegenwärtigen Kritik an der Kritik werden Formen einer postfundamentalistischen Kritik nachvollzogen, deren Grundlage als „kritische Distanz“ oder – in einem näher zu erläuternden Sinne – als Theater bezeichnet werden kann: so oder so als unaufhebbar zwiespältige Voraus- wie Aussetzung der eigenen Position. Dies wird am Beispiel von Derridas Vorlesung über die Todesstrafe ausgeführt.

 

Gerald Siegmund

 

Affirmation oder Kritik? Zur Kritik der Kunst

Wenn Kritik auf Distanz zum kritisierten Gegenstand beruht, hat sie zurzeit schlechte Karten. Immer lauter werden die Stimmen, die das Zeitalter der Kritik für beendet erklären, und stattdessen eine Affirmation der Probleme fordern. Affirmation bedeutet, die eigene Verstricktheit in die gesellschaftlichen Probleme anzuerkennen, sodass man sich nicht mehr länger aus einer sicheren Position heraus betrachten und kritisieren kann. Doch lässt sich diese neue Haltung auf Kunst übertragen? Wie ist Kunst kritisch und wie situiert sie sich im Spannungsfeld zwischen Affirmation und Kritik?

 

 

Credits

 

Nikolaus Müller-Schöll ist seit 2011 Professor für Theaterwissenschaft am Institut für Theater, Film- und Medienwissenschaft (TFM) Goethe Universität Frankfurt am Main und zugleich Leiter des Masterstudiengangs Dramaturgie. Während und nach dem Studium (Kunstgeschichte, Philosophie und Politik) arbeitete er als freier Dramaturg, Wissenschaftsjournalist, Übersetzer und Kritiker. 1996: Promotion, 1996-2000 DAAD-Lektor an der Ecole Normale Supérieure, Rue d‘Ulm, Paris; 2002-2003: Stipendiat Maison des Sciences de l’Homme, Paris / Université de Paris X, Nanterre; 2004-2009 Wissenschaftlicher Assistent, Ruhr-Universität, Bochum, Institut für Theaterwissenschaft; 2007: Habilitation; 2007/2008: Vertretungsprofessur am Institut f. Angewandte Theaterwissenschaft, Justus-Liebig, Univ. Gießen. 2009: Professur für Theaterforschung am Institut für Germanistik II, Universität Hamburg, Leitung Hamburger Theatersammlung und Co-Leitung M.A. "Performance Studies".

Publikationen: als Autor: Das Theater des 'konstruktiven Defaitismus'. Lektüren zur Theorie eines Theaters der A-Identität bei Walter Benjamin, Bertolt Brecht und Heiner Müller. Frankfurt/M. und Basel 2002; als Herausgeber: Performing Politics (mit A. Schallenberg und M. Zimmermann 2012); Unterm Blick des Fremden. Theaterarbeit nach Laurent Chétouane. (mit L. Otto 2015); Archéologie du théâtre contemporain (mit J.-L. Besson, U. Haß, J. Jourdheuil und M. Silhouette), Paris 2012; Heiner Müller sprechen (mit H. Goebbels). Berlin, Theater der Zeit Recherche 2009; Was ist eine Universität? (mit U. Haß. Bielefeld), Transcript 2009; Schauplatz Ruhr. Jahrbuch zum Theater im Ruhrgebiet (mit U. Haß). Theater der Zeit, 2007; Politik der Vorstellung (mit J. Gerstmeier). Berlin, Theater der Zeit, Recherchen Bd. 36 2006; Aisthesis. Zur Erfahrung von Zeit, Raum, Text und Kunst (mit S. Reither). Schliengen, Edition Argus 2005; Ereignis. Eine fundamentale Kategorie der Zeiterfahrung. Anspruch und Aporien. Bielefeld, Transcript 2003; Kleist lesen (mit M. Schuller). Bielefeld, Transcript 2003; Heiner Müller - Généalogie d‘une oeuvre á venir (mit J. Jourdheuil). Académie expérimentale des théâtres / Théâtre/Public 160 -161, Juillet-octobre 2001.

 

Gerald Siegmund ist seit 2011 Professor für Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2009 – 2011 Professor für Tanzwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Choreographie und Performance“ an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2005 –2008 Assistenzprofessor für Gegenwartstheater an der Universität Bern, Schweiz. 2005 Habilitation im Fachbereich Sprache, Literatur, Kultur der Justus-Liebig-Universität, Gießen; 1998 –2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft, Justus-Liebig-Universität Gießen. 1996 –1998 Postdoktorand am Graduiertenkolleg "Pragmatisierung/Entpragmatisierung" der Eberhard Karls-Universität Tübingen mit einem Projekt über: Manierismus im englischen Theater der Restaurationszeit und im frühen bürgerlichen Drama. 1994 Promotion an der der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a.M.; Arbeitsschwerpunkte: Gegenwartstheater und der zeitgenössische Tanz, Ästhetik, Theatertheorien, Theater des 20. Jahrhunderts, Performance-Kunst, Intermedialität und die vielfältigen Grenzbereiche des Theaters zu den anderen Künsten.

Publikationen: als Autor: Theater als Gedächtnis. Semiotische und psychoanalytische Untersuchungen zur Funktion des Dramas. Verlag Narr, Tübingen 1996, Abwesenheit. Eine performative Ästhetik des Tanzes; William Forsythe, Jérôme Bel, Xavier Le Roy, Meg Stuart. Transcript Verlag, Bielefeld 2006; als Herausgeber: William Forsythe. Denken in Bewegung (mit D. Mentzos). Henschel Verlag, Leipzig 2004; Theater des Fragments. Performative Strategien im Theater zwischen Antike und Postmoderne (mit A. Bierl, Chr. Meneghetti und C. Schuster). Transcript Verlag, Bielefeld 2009; Tanztheater, Sondernummer der Zeitschrift Forum Modernes Theater 1/08, Bd 23, Mai 2008.

 

 

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