Diese Videoaufzeichnung stellt nur eine Möglichkeit der Inszenierung dar, da sie während nur einer Aufführung aufgenommen wurde und könnte an einem anderen Tag möglicherweise unterschiedlich wirken.

LILO NEIN / LISA HINTERREITHNER / PETER ZEILLINGER
DIE LUST AM TEXT

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Datum der Aufzeichnung: 18.03.2016

Ort: TQW / Studios

Im Rahmen von: Redereihe mit Künstler_innen und Theoretiker_innen (Kuratiert von Krassimira Kruschkova)

Info

 

Drei diskursive Momente, die ineinander und in ein Publikumsgespräch übergehen

 

 

Zugegeben, im Akt der Aufführung bin ich du

 

Als Ausgangspunkt für den Beitrag zur Redereihe dienen Lilo Neins Überlegungen zum Verhältnis von Text und Performance. Dazu hat sie eine Partitur entwickelt, die den Raum zwischen Lesen und Verstehen thematisiert. Dieser nichtdeterminierbare Raum ereignet sich hier mittels Text, Körper und Stimme. Die „Lust am Text“ wird als Begehren zu verstehen gedacht.

Zur Realisierung der Partitur hat die Künstlerin Lilo Nein die Choreografin und Performerin Lisa Hinterreithner und den Philosophen Peter Zeillinger eingeladen. Der gemeinsame Beitrag geht von der These aus, dass Text immer die Lust hat, aufgeführt, verkörpert, performt zu werden, und Performances vom ständigen Begehren begleitet sind, von Texten festgehalten, umarmt, liebkost zu werden.

Dies kommt in Lilo Neins künstlerischen Texten auf poetische Art und Weise zum Ausdruck. Peter Zeillinger beleuchtet die These innerhalb eines Vortrags aus philosophischer und kulturgeschichtlicher Perspektive. Lisa Hinterreithner setzt sich in choreographischer Form damit auseinander. Die drei Positionen gehen als wechselseitig aufeinander bezogene und angewiesene eine vorübergehende Beziehung mit dem Publikum ein.

 

 

 

Credits

 

Lilo Nein: Studium der bildenden Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien und Hamburg. Lilo Nein arbeitet mit und über Performance im Verhältnis zu anderen Medien wie Text, Skulptur, Video, Ausstellungen. Künstlerische Publikationen: Selbst übersetzen! Ein Performance Lesebuch zum Aufführen (2009), Die anwesende Autorin. Wer spricht in der Performance? (2011), Wenn Analysen Gedichte wären … Arbeiten zwischen Text und Performance (2013). Start- (2010) und Staatsstipendium (2013) für bildende Kunst des Bundeskanzleramts Österreich. Performance Preis des Kunstraum Niederösterreich (2012). Gastlehre am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste Wien und am Masterlehrgang für Artistic Research an der Royal Academy of Art in Den Haag.

 

Lisa Hinterreithner: Die Choreografin und Performerin Lisa Hinterreithner thematisiert in ihren Arbeiten Körper, Text, Bild und Objekte. Ihre Performances und Installationen finden auf der Bühne, in Galerien, im Wald und am Papier statt. Zu ihren letzten Arbeiten zählen automatisch – idiotisch – als ob – genau mit Julius Deutschbauer (Sommerszene 2014), The Call of Things/Things/Mezzanin mit Jack Hauser (u.a. Galerie 5020 und ImPulsTanz Festival 2015) und A scripted situation (u.a. Tanzquartier Wien) mit Martina Ruhsam. Lisa Hinterreithner unterrichtete 2014 Performance an der Akademie der bildenden Künste Wien. Seit 2013 lehrt sie Creative Research an der Tanzakademie SEAD und seit 2014 an der Universität Wien. Sie gestaltet mit Elfi Eberhard die Researchplattform tanzbuero für Choreografie und Performance. 2013/14 absolvierte sie einen Master (MRes) in Performance and Creative Research an der Roehampton University / London.

 

Peter Zeillinger: Der Philosoph und Theologe Peter Zeillinger hat in Wien studiert. Er arbeitet in der theologischen Erwachsenenbildung und übernimmt Lehraufträge am Institut für Philosophie im Rahmen seines Forschungsschwerpunkts zur zeitgenössischen Philosophie, der sog. Postmoderne und Dekonstruktion (Derrida, Badiou, Levinas, Foucault u.a.). Zur Zeit arbeitet er an einem Buchprojekt zum Verhältnis von Schrift, Text und Stimme und ihrer Bedeutung für die Entfaltung der abendländischen Kultur- und Geistesgeschichte. Sein Vortrag greift auf seine Vorlesung „Zwischen Schriftlichkeit und Mündlichkeit. Relektüren abendländischen Denkens mit Agamben, Derrida und Foucault“ (WS 2014/15) zurück. Publikationen: Nachträgliches Denken (2002), Nach Derrida. Dekonstruktion in zeitgenössischen Diskursen (hg. mit D. Portune, 2006), „Leerstellen, die gelesen werden müssen“, in: M. Schmidt (Hg.), Rücksendungen zu Derridas »Die Postkarte« (2015).

 

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