Performances

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Diese Videoaufzeichnung stellt nur eine Möglichkeit der Inszenierung dar, da sie während nur einer Aufführung aufgenommen wurde und könnte an einem anderen Tag möglicherweise unterschiedlich wirken.

Manuel Pelmuş
Permanent Collection

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Uraufführung

Datum der Aufzeichnung: 14.10.2021

Ort: Kunsthalle Wien

Info

Permanent Collection. Ongoing action, 2021

Permanent Collection ist eine fortlaufende Live-Aktion, die auf dem Konzept einer permanenten Sammlung basiert. Die Arbeit wird von einer Gruppe von Performer*innen aufgeführt, die kunsthistorische Referenzen, kulturelle Artefakte, Kontexte, Ereignisse, Texte und Gesten transformieren und dabei neu verhandeln. Dafür setzen sie ausschließlich den Körper als Medium ein. Manuel Pelmuș bedient sich des Enactments als performative Strategie, um den Kontext bestimmter Orte und Institutionen zu untersuchen, sich frei zwischen strengen Klassifizierungskategorien und Besitzvorstellungen zu bewegen und die Möglichkeit eines verkörperten, gemeinsam geteilten Erbes zu suggerieren. In diesem Sinn hat Pelmuș diese Arbeit als eine Zusammenarbeit bzw. Verknüpfung von Entitäten und Räumen konzipiert, die eine Konstellation von Erinnerungen, Affekten und Wissen kreiert und zugleich erfahrbar macht: So wird Permanent Collection täglich vier Stunden lang in der Kunsthalle Wien und simultan – buchstäblich in gemeinsamer Bewegung – im Museum für öffentlichen Verkehr in Timișoara (Rumänien) aufgeführt. Obwohl es keinen sichtbaren Zusammenhang zwischen den beiden Orten gibt, verbindet das Wissen um ihre gemeinsamen Bewegungen das Publikum in den beiden Städten und öffnet so ein Territorium für Partizipation. Es verbindet die Performer*innen und das Publikum in einer fließenden, offenen Allianz, in einem Zeit-Raum, der sowohl imaginär als auch real ist. Permanent Collection thematisiert den Körper als Ort von Resilienz und Zusammengehörigkeit und basiert auf der politischen Idee, dass der Akt einer*eines Einzelnen immer von den Handlungen anderer motiviert ist, auch wenn diese nicht Raum und Zeit teilen.

Mit dieser neuen fortlaufenden Aktion erkundet Pelmuș die Möglichkeit einer performativen, kollektiv erarbeiteten permanenten Sammlung mittels einer bewegungsbasierten Praxis, die üblicherweise mit Flüchtigkeit in Verbindung gebracht wird. Damit stellt er das Dogma der materiellen Sammlung infrage und unterstreicht die Vergänglichkeit dessen, was im musealen Kontext als dauerhaft gilt. Zudem wird deutlich, wie sehr diese Vorstellung von den museologischen Konventionen des Westens geprägt wurde, teilweise aufgrund der Notwendigkeit, geplünderte Artefakte zu bewahren, um kanonische Darstellungen der Weltkunst und ihrer Geschichte für immer festzuschreiben. Auch die Auswahl des Ortes reflektiert das künstlerische Konzept: Permanent Collection nistet sich nicht nur im Erdgeschoss der Kunsthalle, sondern auch in jenen halböffentlichen, von mehreren Institutionen des MQ geteilten Gängen und Zwischenräumen ein, die zum Eingang der Kunsthalle Wien führen. Das Publikum ist eingeladen, beliebig viel Zeit mit der Arbeit zu verbringen. (Wieder-)Kommen und Gehen sind jederzeit möglich. Es gibt keinen Anfang und kein Ende.

In Kooperation mit Kunsthalle Wien

20 YEARS OF TQW. PAST / PRESENT / FUTURE

Manuel Pelmuş ist ein rumänischer Künstler mit einem Background in Choreografie und arbeitet in verschiedenen Kontexten wie Ausstellung, Theater und öffentlicher Raum. Zu seinen Markenzeichen zählt der Einsatz von kontinuierlicher Live-Präsenz und von fortlaufenden Aktionen in Ausstellungen, wobei er oft auf das Enactment als performative Strategie zurückgreift. Er interessiert sich für den menschlichen Körper als Medium sowie für den Kontext bestimmter Orte und Institutionen, um bestehende Hierarchien zu hinterfragen und das Verhältnis des Körpers zum kollektiven Gedächtnis und zur Konstruktion von Geschichte zu erforschen. 2013 vertrat er Rumänien auf der 55. Biennale von Venedig mit einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit Alexandra Pirici. Seine Werke wurden weltweit in Museen und bei Biennalen gezeigt, insbesondere bei der Kyiv Biennale, in der Tate Modern, London, im Van Abbemuseum, Eindhoven, bei Para Site, Hongkong, bei der OFF-Biennale Budapest, im Centre Pompidou, Paris, im Museum Ludwig, Köln, im HAU Hebbel am Ufer, Berlin, bei SALT, Istanbul, im BOZAR, Brüssel, bei der Göteborg Biennale etc. 2019 kuratierte er gemeinsam mit Pierre Bal-Blanc die Ausstellung Collective Exhibition for a Single Body – The Private Score – Vienna 2019, eine Koproduktion von Kontakt Sammlung und TQW. Seine fortlaufenden Aktionen sind als Live-Aktionen Teil privater und öffentlicher Sammlungen. 2012 wurde Pelmuş mit dem Berliner Kunstpreis für Darstellende Kunst ausgezeichnet, 2014 erhielt er den Preis für herausragende Leistungen des National Dance Center in Bukarest. Manuel Pelmuş ist derzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule in Oslo (KHIO). Er lebt und arbeitet in Oslo und Bukarest.

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