Performances

FRANÇOIS ROCHE / New-Territories / [elf/b^t/c]
Siamese Twins

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Datum der Aufzeichnung: 27.11.2014

Ort: TQW / Studios

Im Rahmen von: SCORES No 9: no/things

Info

 

Die Architektengemeinschaft „New-Territories“ entwickelt ihre Protokolle durch die Neuinszenierung verschiedener Arten zeitgenössischer Beziehungen: ästhetischer, maschinistischer, rechnerischer, organischer, biologischer und sogar künstlicher. Sie verwendet Spekulationen und Fiktionen als operative Strategien, um operative Modi aus der Entfremdung zu lösen und die „Medienkultur” zu infiltrieren, um deren Konventionen zu untergraben. Die Mitglieder der „New-Territories” betrachten die architektonische Identität als etwas, das Unsicherheitsgrundsätzen entpringt, die durch provisorische Prozesse und Formen definiert sind, in denen Animismus, Vitalismus und Mechanismen zu Vektoren dynamischer Mutationen werden. Sie integrieren auf kritische Weise zeitgenössische Technologie in Experimente und mischen wie Alchemisten widersprüchliche Kräfte, um bewusst doppeldeutige Szenarien zu entwickeln, die Realitäten, die eigentlich als unvereinbar erscheinen, miteinander zu verschmelzen. 

In der Lecture Performance Siamese Twins thematisiert François Roche anhand einer konkreten Produktion des Recherche-Labs und Architektenkollektivs New-territories / [elf/b^t/c] die Produktion einer Architektur vor dem Spannungsfeld und der Beziehung zwischen ihrer Imagination und Realisierung, sowie vor dem Hintergrund der Geschichten, welche diese erzählt oder inkorporiert zwischen Fiktivem, Spekulativem und Realem.

 

Es geht um… die Produktion eines Asyls, das einen Film produziert und der Film am Beginn eines Asyls… wie eine als siamesischer Zwilling verflochtene Produktion, zwischen Erzählung und Topologie, fähig Fertigungsexpertise und –wissen zu überqueren, um die Voraussetzung eines Übergangs herzustellen, für eine Navigation zwischen angedeutetem Realismus und spekulativer Fiktion …ineinander verschlungen, verzahnt als ein Geschichtenerzählen, das zwei kollaterale Effekte entwickelt, zwei Artefakte: eines handelt vom Potential, eine Fiktion zu entwickeln, indem eine sich herausbildende Struktur als Nebenprodukt verwendet wird, und das andere handelt von der greifbaren und fühlbaren Welt, in dem eine Erscheinung geformt wird, die das “raison d’être” der Geschichte „konstruiert.“ Die Beziehung, der ständige Fluss zwischen der Architektur, die das Prop einer anderen Produktion wird, in einer anderen Disziplin, und ihrem eigenen realen und fiktiven Fußabdruck, der seiner eigenen Abnutzung (keinen) Widerstand leistet, produziert einen unvergleichlichen vorübergehenden und transaktionalen Prozess eines siamesischen Dialoges… wo die beiden in einem osmotischen, einem symbiotischen Stottern gleiten… (schizoide Protokolle in Mischbarkeit und Autonomie…), auf Basis der Geburt fiktiver Zwillings-Identitäten... New-territories / [elf/b^t/c]

 

Credits

 

François Roche wurde 1961 in Paris geboren. Er gründete eine Architektengemeinschaft, die unter wechselnden Namen zwischen 1989–2001 operierte – derzeit nennt sich das Kollektiv R&Sie(n). Seit Beginn dieser Organisation war Roche bestrebt, Widersprüche im Bereich der Architektur zu artikulieren und das Feld zu erweitern. Es ist einer Landschaft vergleichbar, einer Vorrichtung, einer Singularität – handelt es sich dabei nun um eine anziehende oder abstoßende Kuriosität? Gegenwärtig entwickelt Roche die Produktionsstruktur einer Architektur, die sich New-Territories nennt und zu der auch R&Sie(n) & [elf/b^t/c] gehören. Er war und ist Gastprofessor an vielen internationalen Universitäten, so unter anderem an der Graduate School of Architecture der Columbia University in New York City, wo er das „Advanced Studio” leitete, an der Upenn, Bartlett School, der Hochschule für Angewandte Kunst Wien sowie der TU Wien und der USC Los Angeles ... Acht Mal nahm er zudem an der Architektur-Biennale von Venedig teil, sowohl im internationalen Teil wie im Länderpavillon.

 

Das Architektenkollektiv arbeitet simultan in verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, und zwar als architektonische Praxis R&Sie(n), als „New-Territories” Research Lab und als [eIf/b?t/c] Scenario Studio. R&Sie(n) ist eine architektonische Praxis, die zunächst in Paris, jetzt in Bangkok beheimatet ist. Sie wurde 1993 von dem Architekten François Roche (Gründung 1993-..., Paris), von der Künstlerin Stéphanie Lavaux (1993–2011, Insel Réunion) und von dem Architekten Gilles Desevedavy (1993–1998) gegründet, gefolgt von Olivier Legrand, Alexandre Boulin (1998–2000), Jean Navarro (2000–2007), Kiuchi Toshikatsu (2007–2011)... [eIf/b?t/c] ist ein „Contingent Scenario“-Studio, das François Roche und Camille Lacadée (1986, Bordeaux) 1991 ins Leben riefen.

www.new-territories.com

 

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